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“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

03.05.2016

“Mobile Trends” für die Tourismusindustrie 2016

Mobile-Trends-für-die-Tourismusindustrie-2016

Die Smartphone-Ära ist voll da! Mobile ist JETZT und mit den mobilen Endgeräten sind Dinge hinzugekommen, die vorher immer gefehlt haben: Relevanz durch Location, Geschwindigkeit durch Technologien und Abbau von Barrieren sowie die Verfügbarkeit und Qualität der gebotenen Informationen. Alles beschleunigt sich und ganze Branchen brechen weg weil deren Dienstleistungen überflüssig werden weil die Sharing Economy erst durch Smartphones so richtig funktioniert. 

Mobile ist mittlerweile allgegenwärtig. Es geht sogar schon soweit, dass man Ampel-Anlagen nicht mehr Überkopfhöhe anbringt, sondern am Boden wo es unter dem Smartphone hervorleuchtet (Stichwort: Smombies). Des weiteren steht zur Diskussion wie zukünftig mit den eigenen Daten umgegangen werden soll – mobile Services gegen Daten heißt es derzeit und User sind dazu aufgerufen mehr Sensibilität dafür zu entwickeln, was sie wo von sich preisgeben.

Mobile als „Trend“ ist übrigens vorbei – vielmehr ist es der neue Standard!

Schon jetzt ist die Internetnutzung über mobilen Zugang beliebter als über andere Zugänge. Der Beginn der Customer Journeys beginnt fast immer mit einem mobilen Zugriff. Google nennt das „ Things to do, Things to know, things buy, etc.“ Damit einher geht auch die Thematik von „Omnichannel“ und Cross-Device Benutzung. All zu oft wird über das Smartphone recherchiert und erst später über andere Geräte gekauft. Im Zuge dessen werden bis zu 8 Nutzerprofile pro Mensch und Kauf erstellt was wiederherum die bestehenden Methoden zum Customer-Profiling in Frage stellt.

Die verschiedenen Geräte ermöglichen gleichzeitig aber auch neue Möglichkeiten Services anzubieten. Content ist King wie man weiß, jedoch ist Kontext King-Kong! Es konkurriert nicht mehr Cola mit Pepsi, sondern jeder mit jedem. Grund ist die begrenzte Aufmerksamkeit der Menschen für Marken. Es ist schwieriger geworden präsent zu sein und es geht vielmehr darum in passenden, sogenannten Micromoments, an den User heranzutreten. Wie das geht? SEO, App Indexing und der Verbindung der physischen mit der digitalen Welt.

Eine Methode um mit Kunden zur richtigen Zeit in Verbindung zu treten ist dann, wenn sie es selber wünschen: Eddystones, iBeacons aber auch Messenger helfen dabei. Während erstere  „ultra-local“ Informationen ausspielen haben letztere den Vorteil immer, zu jeder Zeit möglich zu sein. KLM bietet etwa Umbuchungen und Support bereits per Whatsapp an. Chat-Bots und fertige Lösungen für einen Customer-Support über Messenger kann man bereits als Paket zukaufen.

Doch nun ein paar Zahlen und Statistiken darüber, welchen Fortschritt „mobile“ in der letzten Zeit gemacht hat…

Dieser Artikel ist ein Recap vom Mobile Marketing Innovation Day am 28. April 2016 im Museumsquartier Wien. Schon zum 5. Mal fand der Mobile Marketing Innovation Day statt und wurden nicht nur die neuesten Technologien vorgestellt, sondern auch Einsichten in die kommenden Trends einiger der „Big Player“ wie etwa Facebook, Google, Twitter und Co.

Mobile – Zahlen und Statistiken

Mobile-Trends-für-den-Tourismus-2016

Mobile-Trends-für-den-Tourismus-2016

  • 150x pro Tag wird das Handy in die Hand genommen
  • 29% aller eCommerce Transaktionen in Österreich findet über Mobile statt (global: 35%, DE: 32%, CH: 33%)
  • 60% der Customer Journeys beginnen am Smartphone und werden über Tablet/Desktop abgeschlossen
  • Mobile Conversion Rates:
    • Android 4,6%
    • iPhone 5,7%
    • Android Tablet 8,5%
    • iPad 10,2 %
  • Mobile steht für die höchste Steigerung in Reisebuchungen seit 2014 und die mobilen Buchungen haben sich von 12% auf 23% fast verdoppelt
  • Die Geräteauswahl für Buchungen hängt stark ab von Tag und Uhrzeit: Weltweit werden 22 Prozent aller Buchungen am Morgen über Smartphones durchgeführt; am Nachmittag sind es nur noch 16 Prozent. In Deutschland ist dieses Muster besonders deutlich: Hier schwanken Smartphone-Buchungen je nach Tageszeit und Wochentag zwischen 7 Prozent und 25 Prozent.
  • Fun-Fact: Smartphones sind für 47% der Buchungen verantwortlich, die am selben Tag wie die Übernachtung stattfinden.

Mehr Zahlen über Mobile finden Sie beim travel flash report auf criteo.com.

Apps vs Mobile-Pages

Oft wird diskutiert ob Apps mobilen Seiten vorzuziehen sind bzw. umgekehrt. Eine gut aufgesetzte mobile Seite unterscheidet sich zwar kaum mehr von Apps jedoch besitzen letztere doch einige eindeutige Vorteile, die für sie sprechen:

  • Kunden geben in der App mehr aus:
    Warenkorbwerte $116 (App) vs. $100 (Desktop) vs. $91 (mobile Browser)
  • Apps erleichtern das Browsen und den Kauf (App vs Mobile Site)
    • Apps liefern 2,3x Conversion Rate
    • Produkte werden in der App 3,8x öfter angesehen
    • Produkte werden 1,9x öfter in den Warenkorb getan
    • Produkte werden in der App 1,2x öfter gekauft

Apps werden öfters aufgerufen und die Zeit, die in der App verbracht wird, ist quer durch die Bank höher als auf mobilen Seiten. Für eCommerce ist eine App daher sehr zu empfehlen, für Seiten, die mehr auf Inspiration und Information setzen reicht wohl eine mobile Seite.

Die Kosten für eine App mit guter Usability und ansprechenden Inhalten nähert sich langsam dem, was für eine neue Webseite veranschlagt werden muss. Vorgefertigte Lösungen und Baustein-Apps sind hier aus verschiedenen Gründen meistens nur unzureichend.

ASO und SEO – Überleben im App-Jungle

Da Apps eine viel höhere Engagement, Time-Spent und schlussendlich Conversion-Rate haben, sind sie auf jeden Fall zu promoten. „App-Indexing“ ist daher genauso wichtig wie SEO geworden.

Des weiteren folgen die App-Stores ganz eigenen Algorithmen und auch hier ist eine Optimierung hinsichtlich Keywords und Themen sinnvoll. Um die eigenen Apps adäquat zu promoten sind daher folgende Maßnahmen zu empfehlen:

  • App-Visibilty und App-Discovery im App- und Play-Store
  • Mobile SEO und ASO (App Store Optimization) zB mit der Plattform Sensor-Tower
  • App-Indexing und App-Deep-Linking (Apps indexieren und Deep-Links ermöglichen – dadurch kann von Ads direkt auf Produkte verlinkt werden). App Indexing Ranking kann mit der “Search-Metrics Suite” getrackt werden.
  • App install und Engagement Ads (Z.B. durch Banner und Hinweise wie etwa bei den SERPs), App-Analytics kann man mit App-Annie tracken
  • App-Streaming (Apps als Such-Karten)
  • Contextual Embedded Services wie z.B. Uber, ÖBB, etc um Zusatznutzen zu genieren und User vom Verlassen der App abzuhalten

Ein letzter Tipp: nicht nur User zur App pushen (z.B. über Ads) sondern auch umgekehrt – da wo die User bereits sind auf Apps verlinken und immer wieder als Service anbieten!

Neue Apps und Lösungen – für  den Tourismus relevant?

Orat.io – ein Anbieter, der die gängigsten Messenger für die Desktop-Anwendung verfügbar macht. Für Customer-Support in Unternehmen daher stark zu empfehlen.

Swell – Eine App wo man instant Feedback von der Community bekommt. Beispielsweise bei Fragen zu Mode, Sport, Ernährung, DIY-Themen, etc. Sicher ein spannendes Zusatz-Service für Reisende und eCommerce.

Physical Web und Eddystones – Services ultra-local anbieten

Ein relativ unscheinbares Update für den Chrome-Browser ging letzte Woche live und die erweiterte Funktionalität ist wahrlich spannend: Eddystones (Gegenstück zu iBeacons) können nun direkt mit dem Browser interagieren und ermöglichen damit eine Verbindung der physischen mit der digitalen Welt - es braucht keine App mehr um eine Interaktion auslösen zu können, sondern alles, was man dazu braucht ist einen Chrome-Browser!

Das ist eine stark revolutionäre Technik – insbesondere für den Tourismus. Man stelle sich einige potentielle Use-Cases vor: Eine einsame Bushaltestelle – Handy hingehalten und sofort werden die aktuellen Buszeiten ausgespielt. Oder ein Ort wo Nachrichten gespeichert werden können und nur jene Nutzer können diese lesen, die vor Ort sind – Storytelling neu gemacht!

Web Bluetooth: über Bluetooth Verbindungen können andere Geräte gesteuert werden: Spielplätze für Kinder, Selfie-Kameras, die Fassaden-Farben von Museen (wie bereits bei der Ars-Electronica), Nachrichten-Banner auf Häusern, interaktive Kunstprojekte, etc.

Themenwege bekommen eine ganz neue Bedeutung und vorbei sind mühselige Bitten zur Installation von Apps. Die Menschen brauchen nur das Smartphone in die Nähe halten und der “Rest” passiert von selbst.

Natürlich gilt es hier Datenschutz-Fragen zu klären und die User sind umso mehr angehalten, sich Gedanken zu machen, was sie wo von sich preisgeben… nichtsdestotrotz eine spannende Entwicklung!

Wie man die physische mit der digitalen Welt verbindet, erklärt auch Xamoom auf ihrem Blog: Wie verbindet man die echte Welt mit dem Internet? 

Key Take-Aways vom Mobile Marketing Day

Das sind die wichtigsten Meldungen vom Mobile-Trend für die Tourismusindustrie 2016

  • Mobile ist JETZT!
  • SEO, mobile Seiten und ASO um gefunden zu werden und Engagement zu erhöhen.
  • Apps haben höhere Conversion, Engagement & Time-Spent Rate als mobile Seiten und daher vor allem vor verkaufsgetriebene Geschäftsmodelle zu empfehlen
  • Verbindung der digitalen mit der physischen Welt eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Tourismus, Storytelling und Customer Experience.
  • Mobile wird einfacher, schneller und sicherer – der Umgang mit neuen Technologien besser bekannt.
  • Datenschutz und Sensibilität für eigene Daten wird immer wichtiger.

 

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