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“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

21.01.2014

Perspektivenwechsel: Wir teilen uns die Straße!

Begegnungszone

 

Nach Monaten schlendere ich wieder einmal durch die Mariahilfer Straße in Wien, die inzwischen zur Zone des „shared space“ ernannt wurde. Dort gibt es nun auf zwei Abschnitten Begegnungszonen, dazwischen eine FußgängerInnenzone. In den Begegnungszonen teilen sich die verschiedenen VerkehrsteilnehmerInnen den gemeinsamen Straßenfreiraum. Wenn ich es nicht wüsste, wäre es mir – abgesehen von der Neugestaltung – gar nicht aufgefallen, dass dem so ist.

Ich frage ich mich, woran es liegt, dass die Menschen den Raum, der ihnen zum gemeinsamen (Be)nutzen angeboten wird nur beschränkt annehmen?

Gerade von meiner Reise aus China zurückkommend muss ich an die bunten, sehr geschäftigen und lauten Gassen denken, in denen ich Stunden zubringen konnte nur um dieses Treiben zu beobachten. Ich wunderte mich, wie alles (mehr oder weniger) reibungslos funktioniert. Es ist wohl etwas Neues für uns im „Westen“, die Straßenräume mit all den anderen VerkehrsteilnehmerInnen zu teilen. Wir werden oft, so wie es mir gerade in der „Mahü“ passiert, zu passiven, skeptischen Beobachtern anstatt zu aktiven Nutzern.

Da bleibt mir nur Eines: Ich wechsle in die Fahrbahnmitte der Mariahilfer Straße. Der Perspektivenwechsel tut gut und fühlt sich an wie Urlaub!

Möglichkeiten zum gemeinsamen Nutzen von Verkehrs/Freiräumen gibt es und wird es gerade im Hinblick auf sanfte Mobilität (und den damit verbundenen verschiedenen Formen der Fortbewegung) immer mehr geben, auch in unseren Breitengraden.

Also, Seite wechseln und Urlaub machen!

 

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3 Kommentare

  1. Lotte, 05.02.2014:

    “Wäre es mir gar nicht aufgefallen” ist durchaus ein wichtiger Punkt. Die Mahü ist einfach nicht entsprechend umgebaut worden die trennenden Elemente zwischen der ehemaligen Straße und dem Gehsteig gibt es immer noch. Der Ausdruck Begegnungszone ist auch recht neu. Ich würde erwarten, dass es mit der Zeit noch besser angenommen wird, aber es ist halt auch eine etwas halbherzige Lösung.

    Grüße,
    http://www.prplus.at aus Wien.

  2. Dinah, 06.02.2014:

    Liebe Lotte!
    Da gebe ich dir Recht – wir brauchen klare Gestaltungen, die dies zulassen. Grenzen (trennende Elemente, Gehsteige) braucht es ja eigentlich nicht in diesen Räumen.
    Die Benutzung ist wie die Gestaltung und Umsetzung des Konzeptes leider eine sehr österreichische Lösung :(

  3. martin, 08.03.2014:

    Und die Mahü bleibt Begegnungszone. Gut so – aus Sicht der “Marke” Mariahilfer-Strasse: Die Entscheidung gibt ein klares Leistungsversprechen ab und differenziert die Einkaufsstrasse eindeutig von allen anderen. Auch international gesehen. Das hat sonst nur die Kärntnerstrasse, Getreidegasse und vielleicht die Innsbrucker Innenstadt mit dem Goldenen Dachl …