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(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

29.06.2010

Tourismusprodukte im Wettbewerb entwickeln – Teil 2

Gute Vorbereitung des Wettbewerbs führt zu vergleichbaren Ergebnissen für ein und dieselbe Aufgabenstellung.

Was bringt es der touristischen Organisation einen Ideenwettbewerb durchzuführen bzw. professionell auszuschreiben zu lassen? Nehmen wir als Beispiel die Fossilienwelt in Stetten/NÖ. Wer das größte Korallenriff  besucht, erhält eine sehr fundierte, dramaturgisch spannend aufgebaute Gruppenführung durch die Zeitalter, in denen das Riff entstanden ist. Die wissenschaftliche Kooperation mit dem naturhistorischen Museum ist in Ausstellungskonzeption erkennbar. Doch an der Verpackung des Tourismusangebotes ist ebenso klar ablesbar, dass auf eine hochwertige räumliche Umsetzung verzichtet wurde. Die beliebige Aneinanderreihung von Gebäuden ohne jegliche Abstimmung von Form oder Materialität irritiert bereits im Eingangsbereich. Auf die ungünstige Lage in einem Gewerbegebiet neben der Autobahn wurde nur ungenügend im Raumprogramm reagiert.

Ein Wettbewerb braucht intensive Vorbereitung. Alle Ziele aus der Sicht der Tourismusorganisation, die das Produkt vermarkten soll, die Ziele der Regionalentwicklung, alle Anforderungen der Ausstellungsmacher, des Betreibers, die Rahmenbedingungen der Behörden und Anrainer und vor allem die Bedürfnisse des Besuchers müssen formuliert und dargestellt werden. Über allem steht ein Budget, das hoffentlich vor dem Wettbewerb klar abgesteckt ist. Das alles führt unweigerlich zur Konzentration auf die Frage: Was genau brauchen wir und was können wir uns leisten? Vorweg: An den kreativen Ideen mangelt es selten. Doch die Schwelle zwischen touristischen Anforderungen und den planerischen Vorschlägen ist breit. Eine professionelle Wettbewerbsvorbereitung zwingt zur detaillierten Auseinandersetzung mit den Anforderungen an das neue Tourismusprodukt. Wenn die meist vernachlässigte Abklärung der Ziele, der Möglichkeiten und Grenzen unter fachlicher Beratung im Vorfeld des Wettbewerbs erledigt wird, kann mit gut vergleichbaren Gestaltungsvorschlägen gerechnet werden. Das kreative Potential der Planer wird voll ausgeschöpft anstatt unter der Last der ungenügend definierten Aufgabenstellung begraben.

Doch nicht nur die hohe Qualität der Ideenfindung und die zielgerichtete Projektentwicklung sprechen für die Ausschreibung eines Wettbewerbs. Der transparente Vergabemodus erhöht auch die Chance auf Förderbarkeit des Projektes. Ein Wettbewerb ist ebenso ein geeignetes Marketinginstrument, um für sein Vorhaben ausreichend mediale Aufmerksamkeit zu erhalten – vorausgesetzt man weiß diese Chance auch zu nutzen.

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