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“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

13.04.2010

Landschaft und Experience Design

Intro

Was Sie im tourismusdesign blog bisher zu lesen bekamen, stammt von meinem Büropartner Martin Schobert, einem routinierten Blogger, der es gewöhnt ist, viel zu kommunizieren, sein Wissen zu teilen, sich im Web zu vernetzen. Nur wenige LandschaftsplanerInnen – ich kenne keinen – schreiben regelmäßig beruflich im Netz. Fachzeitschriften, Bücher, Projektdatenbanken, Werkschauen, Vorträge und persönlicher Erfahrungsaustausch erfüllen in der Branche den Wissenstransfer. Der aktiven online-Kommunikation und -Diskussion wird erst in wenigen Planungsbüros Aufmerksamkeit geschenkt bzw. Zeit eingeräumt. Die Chance, mich mit LandschaftsarchitektInnen und Dramaturgen zu vernetzen, die sich mit Erlebnisinszenierung beschäftigen, habe auch ich bisher nicht genutzt.

Warum ein Touristiker und eine Landschaftsarchitektin in einem Unternehmen gemeinsame Sache machen wollen, hat natürlich seinen Grund. Mit geballter touristischer und  planerischer Kompetenz werden neu entwickelte Tourismusangebote in der Landschaft mit höheren Chancen auf Realisierung und Erfolg ausgestattet. Vor diesem Hintergrund ist tourismusdesign nicht komplett, wenn die Landschaftsplanerin dieses Teams nicht  vor den Vorhang tritt…here we go! Sie lesen den ersten Blogbeitrag meines Lebens.

Was können Sie von mir hier erfahren?

Innovationen und Best Practices

Während sich plat’ou – Plattform für Architektur im Tourismus –  dem Lobbying für qualitätvolle Architektur im Tourismus verschrieben hat, möchte ich Anstöße liefern zur Diskussion von Erlebnisangeboten in der Landschaft. Dabei geht es mir nicht ausschließlich um das Bauen in der Landschaft. Es geht auch um die Frage, mit welchen innovativen Mitteln emotionsreiche und erinnerungswürdige Erfahrungen in der Natur initiiert werden können, die keine oder nur minimale Eingriffe in der Landschaft benötigen. Im tourismusdesign blog lasse ich Sie wissen, wo ich auf der  Suche nach kreativen Ideen in der Dramaturgie, Technologie oder Kommunikation fündig geworden bin.

Ich stelle Ihnen nationale und internationale Projekte vor, die als gute Beispiele für Landschaftsarchitektur mit touristischer Zielsetzung gelten. Gut im Sinne einer sensiblen, landschaftsgebundenen Herangehensweise und Bauweise. Gut im Sinne der möglichen Erlebnisqualität.

Der Landschaftsarchitekt Paolo Bürgi, der im Schweizer Cardada bei Locarno das Aufeinandertreffen der europäischen und afrikanischen Kontinentalplatten als Erlebnisangebot (Aussichtspunkte und thematisch gestalteter Waldwanderweg) inszenierte (European Landscape Award Rosa Barba 2003), motiviert mit diesem Werk, die Landschaft als horizon of history wahrzunehmen,  Geschichten darüber zu erzählen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir Erlebnisse nicht gestalten können, sondern nur Ereignisse und Interventionen, die Menschen ermöglichen, besondere Erfahrungen zu machen. Ob und wie jemand eine Inszenierung erlebt, liegt nicht in der Hand des Gestalters, sondern im persönlichen Erfahrungshintergrund jeder einzelnen Person.

Mountain experience in Cardada (Foto: www.burgi.ch)

Crossover  - Landschaftsplanung und Kommunikation

Abgesehen von der landschaftsarchitektonischen Betrachtungsweise widme ich mich gemeinsam mit meinem Büropartner der Frage, wie das präsentierte Projekt kommuniziert wird. Stimmt das, was der Gast aus dem Internet über das Angebot erfährt, mit dem überein, was er sich tatsächlich erwarten kann? Spiegelt die Kommunikation den Charakter und die Atmosphäre der Inszenierung wieder? Baut die Kommunikation freudvolle Erwartung auf? Wie leicht, lässt sich das Erlebnisangebot im Web aufspüren? Korrespondiert die Inszenierung überhaupt mit dem was die Tourismusregion repräsentieren möchte? Der Blickwinkel der Landschaftsarchitektin trifft auf jenen des Touristikers und Online-Spezialisten.

In der 2009 vom Institut für Landschaftsarchitektur der BOKU Wien veranstalteten Vortragsreihe Lx2 – Landschaft machen widmeten sich die beiden Wiener Landschaftsarchitekturbüros 3:0 Landschaftsarchitektur und Jakob Fina dem Thema Corporate Landscapes und zeigten mit ihrer Werkschau, wie der gestaltete Freiraum  als Marketinginstrument für Unternehmen und Organisationen zunehmend an Bedeutung gewinnt. ”Außenraumgestaltung als Marketinginstrument, das den Ort erneuert, ins Blickfeld der Aufmerksamkeit rückt und überraschen kann. Insbesonders in einer bildorientierten medialen Gesellschaft ist  ein überzeugender visueller Auftritt des Unternehmens wichtig”, argumentierte Daniel Zimmermann von 3:0. Selbiges gilt für Tourismusorganisationen, wobei die bewusst gestalteten Erlebnisangebote in der vorhandenen Landschaft im Mittelpunkt stehen. Sie kommunizieren die Marke der Region, sie visualisieren und machen spürbar, wofür die Tourismusregion steht. Folglich sind die Experiences einer Region mit derselben Präzision zu planen wie die Corporate Landscapes von Firmen.

In Blogbeiträgen über eigene Praxiserfahrungen berichte ich vom Werden unserer Projekte und gebe Einblick, wie bzw. ob Theorien, Visionen und  Ansprüche im Projektalltag Stand halten.

News vom Experience Design Seminar in Lapland

Vom 20. bis 23. April holen Martin und ich bei der Design Week 2010 im finnischen Rovaniemi die aktuellsten Erkenntnisse aus der Experience Economy ein. “Learn and share the knowledge of how experience is created, shared and consumed. Get a sense of experience!”, werben die Veranstalter des Creative Lapland Seminars. Yes, I will – und erzähle davon im nächsten Post.

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4 Kommentare

  1. Martin, 15.04.2010:

    Hallo Frau Kollegin,

    willkommen in der Blogosphere. Mich fasziniert die Art und Weise in Form eines Weblogs sein Wissen mit anderen zu teilen. Selbst habe ich in den letzten Jahren eine Menge durch das Lesen von Blogs und Abonnieren von RSS-Feeds gelernt. Blogs sind also sicher auch verantwortlich, daß wir beide nun unser Unternehmen gemeinsam aufbauen. Ich freue mich darüber und darauf. Und bin dankbar mit dir eine lernfreudige, kreative und inspirierende Kollegin gefunden zu haben.

  2. marion, 16.04.2010:

    hallo tourismusdesign,
    klingt sehr spannend euer ganzheitlicher ansatz!
    das ganze liest sich auch fein, sympathisch und interessant.
    bin gespannt was es hier weiterhin zu lesen gibt!
    alles gute & viel erfolg!
    ps: wofür die mailadresse für ein kommentar…?

  3. Sabine, 16.04.2010:

    Liebe Agnes,

    du machst mir wirklich mein ursprüngliches Fachgebiet wieder schmackhaft!
    Ich finde eure Arbeit sehr spannend, denn: OK, es muss wohl auch Disneyland geben, aber ich – als Konsumentin – bin immer wieder glücklich über Erlebnisse, die einem wie zufällig begegnen. Selbst wenn sie in einem Reiseführer stehen, mag ich es, wenn sie ausdrücken, dass sich da jemand wirklich mit (s)einer Umgebung beschäftigt hat, sie mag und wertschätzt und genau diese Begeisterung dafür mit anderen teilt (z.B. Meeresorgel in Zadar oder tausende andere Beispiele). Damit sie den “anderen” auch zugänglich wird, bin ich froh, dass ihr euch damit beschäftigt!

    Alles Gute für Tourismusdesign!

  4. Martin Schobert, 17.05.2010:

    Die Angabe der Mailadresse dient rein dazu “echte” Menschen die Kommentare zu Blogposts abgeben von “Spammern” oder anonymen Foren-”Müll” (wie z.B. bei Kommentaren zu Online-Artikel bekannter österreichischer Medien) zu vermeiden. Die E-Mail wird zwar zwischengespeichert aber ausschließlich zu Kontroll-Zwecken verwendet wenn z.B. Spam-Verdacht besteht. Datenschutz = daher gesichert, von unserer Seite werden die Mail-Adressen auch nicht für eigene Zwecke weiterverwendet.