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22.08.2017

Airbnb und Airbnb Trips – Tipps für DMOs und TVBs

Airbnb und Airbnb Trips - Tipps für DMOs und TVBs

Die Beziehung von Tourismus-Industrie und Airbnb ist kompliziert. Die Gäste lieben es. Die konventionellen Unterkunftsanbieter eher weniger. Es ist von einem ungleichen Wettbewerb die Rede und touristischem Wildwuchs ohne, dass die Region durch Abgaben als Ganzes davon profitieren würde.

Doch auch Airbnb ist nicht gefeit vor Problemen wie aktuelle Berichte zeigen. Der Übernachtungsmarkt ist im Aufruhr und wird zusätzlich befeuert durch die großen Player Google und Facebook mit ihren Städte- und Reiseempfehlungen auf Basis anderer User. Da ist es umso wichtiger am Ball zu bleiben und sinnvolle Trends aufzugreifen.

Es stellt sich daher vielmehr die Frage, wie die DMOs und TVBs von Airbnb profitieren und für eigene Zwecke einsetzen können?

Was macht Airbnb besonders gut?

Oft wird der Preis als Argument genannt warum Airbnb so beliebt ist. In Fakt sind die Preise dort im Schnitt oft höher Was machen sie also so gut?

1.) Übersicht über Verfügbarkeit und Buchbarkeit

Es ist auf einem Blick klar, was verfügbar ist und wie viel die Unterkunft kostet. Die Buchung ist anschließend nur max 2-3 Klicks entfernt. Verkaufsfördernde Maßnahmen wie Bewertungen, das Bild vom Gastgeber und ein Ticker, der anzeigt wie viele andere User sich das Objekt gerade ansehen werden zusätzlich angezeigt. Übrigens: viele Menschen buchen nur dort, was online verfügbar ist.

Ist Buchbarkeit von Freizeit- oder Unterkunftsanbietern ein Thema, dann braucht es unbedingt einen Verantwortlichen, der sich um Statistiken und Conversion-Optimierung kümmert. Die Buchungsstrecke gehört perfektioniert. Übrigens: “Anfragen” ist out und hindert User zu buchen. Geschwindigkeit der Seite, Aufbereitung der Angebote und die Zeit bis zum Buchungsabschluss sind entscheidend.

2.) Geschwindigkeit von Antwort und Buchungsbestätigung

Über Airbnb bekommt man innerhalb weniger Stunden(!) eine Antwort. Die Buchungsbestätigung folgt in Kürze. Fragen an den Gastgeber werden in weniger als 12 Stunden beantwortet. Durch Messenger sind die Menschen gewohnt schnell Antwort zu bekommen – 12 Stunden ist das Maximum und sollte von allen Unterkunftsanbietern unbedingt eingehalten werden.

3.) Reduzierung auf das Wesentliche

“Wir haben für alle was” heißt so viel wie: wir haben für niemanden etwas Gescheites. Spezialisierung ist der Schlüssel. Airbnb bietet nur eine Unterkunft an und trifft damit auf den Wunsch vieler Gäste. Landingpages und Themenseiten gehören im Tourismus auf ein zentrales Thema reduziert. Ergänzende Angebote sind an der richtigen Stelle Gold wert – an der falschen Stelle stören sie.

Außerdem: Warum teuer und aufwändig eigene Lösungen suchen, wenn man auch bestehende Services nutzen kann? Es gibt mittlerweile viele Anbieter, die sich auf Services wie Buchung von Unterkünften (Zeitraumbuchung), Freizeitangeboten (Zeitpunktbuchung) spezialisiert haben. Durch die Organisation und Hilfe der DMO kann schließlich über Richtlinien und Abgaben aufgeklärt werden um auch die rechtliche Seite abzudecken und keine unfairen Verhältnisse zu schaffen.

4.) Gastlichkeit und “ultralocal” ist kein Gegensatz zu professionellem Auftreten

Bei Airbnb steht der Gastgeber im Vordergrund. Es wird bei der Anmeldung klar hingewiesen, dass Unterkunftsvermieter sich auch als Gastgeber verstehen sollen. Das heißt Gastfreundschaft, Auskunftsbereitschaft und professionelles Service.

Kleine und mittlere Betriebe könnten sich durch einen Auftritt auf Airbnb (Webseite und Buchungssystem) schlagartig professionalisieren während die DMO als Wissensvermittler fungiert und bei der Positionierung und Vermarktung hilft.

5.) Generierung von Wertschöpfung

Dadurch, dass die Anbieter auf einer frequentierten Plattform gut dargestellt werden, kommen üblicherweise auch mehr Buchungen rein. Der “Dank” dafür gilt auch der DMO hat sie doch zum professionellen Auftritt verholfen. Durch geschicktes Upselling entsteht noch mehr Wertschöpfung in der Region und Gastgeber wie Freizeitaktivitätsanbieter sind mit der DMO zufriedener. Ein nicht zu unterschätzender Faktor wenn es um zukünftige Abstimmungen geht.

Leider reduzierten viele DMOs ihr Angebot auf Unterkünfte und Pakete. Eine direkte Buchung von Freizeitaktivitäten ist selten möglich, beim Gast aber immer mehr gefragt. Die Menschen buchen immer kurzfristiger und möchten gerne vor Ort spontan suchen und buchen. Neben einer durchdachten Besucherlenkung vor Ort (analog) ist daher auch die Buchbarkeit von Freizeitaktivitäten nötig. Wie das gut funktionieren kann zeigt die Côte d’Azur in Frankreich.

Auf dieser Seite sind alle Freizeitanbieter verfügbar und direkt buchbar. Die Kosten trägt die DMO, die Betriebe freuen sich über Vermittlung und Umsatz und der TVB blickt freudig auf 100.000€ und mehr Umsatz pro Monat wobei ein ordentlicher Teil an Provision übrig bleibt.

6.) Was sich TVBs von Airbnb Trips abschauen können

Airbnb Trips war bis jetzt in Konzept und Vermarktung noch unausgereift – das zeigte die Umsetzung bisher. Die Idee ist jedoch sehr gut: die Region aus Sicht der Einheimischen kennenzulernen.

Die Urlauber möchten natürlich die Top 10 der Destination sehen aber dazwischen sich auch gern da aufhalten wo Einheimische verkehren. Es geht um die Schaffung von Optionen, die aber ein gewisses Spektrum nicht überschreiten. Die Gäste möchten Vielfältigkeit der Angebote und gleichzeitig nur das für sie beste und relevanteste Angebot. Die TVBs und DMOs können hier mit Top 10 Listen gegenschreiten: die besten Orte für Kulturliebhaber, die besten Kaffee-Häuser in Wien, unsere Top 10 Geheimtipps für Romantiker,… Zürich-Tourismus ist hier schon sehr weit.

Hier kommen viele technische Spielereien zum Zug: etwa datenbasierte Vorschläge und Filterfunktionen. Dazu ist eine saubere Segmentierung und Datenerfassung notwendig: Google Analytics und Adwords gehören aufgesetzt und professionell verwaltet.

Fazit: Trends rechtzeitig aufgreifen und klug kopieren!

Es ist sicher nicht sinnvoll auf jeden neuen Trend sofort aufzuspringen. Jede neue Aktion kostet schließlich Zeit und Ressourcen. Bewährte und etablierte Konzepte sind zu prüfen ob ein Einsatz sinnvoll ist.

Es ist daher ratsam neue Trends bereits in den Tourismusstrategien zu berücksichtigen. Die Strategien dürfen nicht zu straff organisiert und geplant sein, sondern noch Platz für neue Dinge lassen. Diese Flexibilität stellt sicher, dass die DMO oder der TVB konsequent in seiner Aufgabe wachsen kann, die Marke gestärkt wird und sich als nützlicher Player im Tourismusmarkt nachhaltig etablieren und halten kann.

 

Mehr erfahren über flexible und digitale Tourismusstrategien.

 

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