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(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

19.07.2017

Werden DMOs durch Facebook City Guides & Google Local Guides obsolet?

Werden DMOs durch Facebook City Guides & Google Local Guides obsolet?

Plattformen mit User-generated-content (UGC) werden für Reiseempfehlungen und damit Urlaubsplanung immer beliebter. Die jüngste Einführung des City Guides Service von Facebook oder auch Local Guides von Google ist da ein natürlicher nächster Schritt.

Immer wieder geht es um Reiseerfahrungen aus Sicht der Einheimischen. Die Gäste wollen erleben, was die lokalen Menschen schätzen. Sie wollen das Lebensgefühl spüren und nicht in künstlichen und überteuerten Touristenhotspots landen. “Echte Erfahrung” und “Authentizität” stehen im Vordergrund.

Was können also Destinations Marketing Organisationen (DMOs) von diesen Plattformen lernen um nicht mittelfristig obsolet zu werden?

Facebook City Guide und Google Local Guides

Facebook hatte schon vorher viele reisebezogenen Inhalte und hat dies kürzlich zu einem einzigen Service namens Facebook City Guides zusammengefasst. Dieses Service befindet sich, als eines von vielen anderen Funktionen wie Wetter, Gruppen und Jobs, direkt in der App. Es ist keine neues Killer-Feature, sondern eine einfache Zusammenstellung bestehender Elemente, die Urlauber während einer Reise wollen.

Wenn ein Benutzer auf den entsprechenden Punkt in der App klickt, wird er auf eine Liste von Städten weitergeleitet – inklusive einer Liste von “Freunden”, die die Städte bereits besucht haben. Befindet man sich dann in der Stadt, dann erscheinen viele weitere Empfehlungen (auch wieder basierend auf Orten wo Freunde bereits waren), sowie “Orte wo Einheimische verkehren” und “beliebte Sehenswürdigkeiten”. In den lokalen Empfehlungen werden außerdem jene Wörter hervorgehoben, die die User im Zusammenhang mit dem Ort am meisten verwenden – egal ob es “schreckliches Service” oder “coole Toiletten” sind.

Facebook City-Guide sammelt also reisebezogene Inhalte aus dem sozialen Netzwerk und organisiert kundenspezifische Empfehlungen an einem Ort. Die beste Funktion ist dabei, dass das Service den Menschen dabei hilft, das Beste aus jeder Reise herauszuholen indem sie aus einem riesigen Netzwerk von Freunden, Reisenden und lokalen Botschaftern schöpfen können.

Google Local Guides setzt dagegen auf manuelles Eintragen von Empfehlungen und Informationen durch User. Sogenannte Guides tragen Bewertungen, Infos und Tipps zu Orten, Attraktionen und Events auf der Google Maps Karte ein und bekommen dafür Punkte. Andere User rufen diese Informationen für ihre Reiseplanung ab und erfahren die Städte/ Orte durch deren Augen.

Tipps für DMOs:

  • Über FB-City Guides und Google Local Guides können Urlauber tiefer in Reiseempfehlungen tauchen. Da die Plattform Informationen aus weiten Kreisen ihrer Userbase zieht, bietet sie einen großen Pool an nützlicher Empfehlungen zur Auswahl. Machen Sie in Ihren Social-Media Kanälen darauf aufmerksam.
  • Die Guides haben das Potenzial, die gesamte Bandbreite der Erlebnisse und Produkte eines Ziels zu präsentieren. Im Laufe der Zeit wird Facebook in der Lage sein, noch mehr Reisedaten und Bewertungen mit Benutzerprofilen zu verbinden, die den Besuchern helfen, mehr Information über ihre Interessen, einer Attration oder Veranstaltung zu vermitteln.
  • Das Feature macht den gesamten Reiseplanungs- und Buchungsprozess für die Besucher etwas einfacher. Die Facebook”Book Now”, “Call Now” und Instant Messaging-Funktionen für Veranstaltungsorte (Google hat etwas ähnliches) ermöglichen es Benutzern direkt mit den POIs in Kontakt zu treten oder zu buchen, ohne die Plattform zu verlassen. DMOs sollten die Freizeitanbieter diesbezüglich schulen und bei Fragen zur Seite zu stehen, das heißt sich als zentraler Wissensvermittler etablieren.
  • Die Daten aus dem Service können DMOs selbst für eigene Content-Ideen verwenden: Top 10 Listen, Geheimtipps, Attraktion der Woche, usw.
  • Vor allem “Places The Locals Go” ermöglicht es den Destinationsvermarktern Empfehlungen abzugeben und für eigenes Content-Marketing zu verwenden!

Fazit: Services mit viel Potential – unbedingt im Auge behalten!

Die neuen Services haben für die User sehr viel Potential. Sie vereinfachen die Urlaubsplanung und filtern automatisch aus der Vielzahl an Möglichkeiten jene heraus, die von anderen Usern empfohlen werden.

Gleichzeitig gilt auch zu erwähnen, dass sich DMOs diesen Plattformen nicht nur bedienen, sondern auch deren Entwicklung unbedingt im Auge behalten sollten, versucht Google und Facebook doch immer wieder Zwischenhändler auszuschalten. Abhilfe schaffen hier eine klare Marken-Positionierung, perfektes Storytelling und optimales Service für Gäste – hierzu zählen die Content-Experience, einfache Online-Buchbarkeit und klare Kommunikation.

Zu erwähnen ist auch noch, dass beide Systeme auf User-generated-content setzen dh sie sind darauf angewiesen, das möglichst viele User möglichst viele Informationen eintragen. Erst dann transformiert sich dieses Service zu einem Reiseplanungswerkzeug. Es bleibt daher noch offen ob sich genügend User finden, die die Plattformen pflegen und die Daten somit Vertrauen generieren, oder ob es nur bei einer netten Idee bleibt!

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