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(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

15.11.2016

7 Schritte zu einer erfolgreichen Tourismus-App

7 Schritte zu einer erfolgreichen Tourismus-App

Glaubt man den Daten aus den “Mobile Trends 2016“, dann steht alles im Zeichen von Apps! Apps führen zu viel höherem Engagement, sowie höheren Time-Spent und Conversion Raten und sind somit mobilen Seiten vorzuziehen, wenn es um Produkte geht.

Doch wie sieht es im Tourismus aus, wo es doch oft um Inspiration und Planung geht? Sind hier Apps genauso sinnvoll?

Deshalb geht es heute um folgendes:

  • Zukunftsaussichten
  • Apps vs Mobile-Pages
  • 7 Schritte für eine erfolgreiche Tourismus-App

Zukunftsaussichten: Apps heute und in naher Zukunft

Es ist bereits bekannt, dass das Handy zentraler Bestandteil unseres Lebens ist und wir es kaum mehr aus der Hand geben wollen. Ein fremdes Handy in der Hand zu halten fühlt sich irgendwie “falsch” an, ist es doch ein intimer Teil unseres Lebens geworden. Wir schauen 100-150x am Tag ob es etwas Neues gibt, wie wir gehen müssen oder wie die Öffnungszeiten von diesem oder jenem sind. 2/3 der Customer Journeys beginnen daher am Smartphone, werden aber erst über Tablet/Desktop abgeschlossen.

Die Gründe dafür sind oft Mangel an Übersicht, Einfachheit oder Vertrauen. Das Bezahlen über Mobile ist auch noch nicht ausgereift und hat noch keine Marktdurchdringung erlangt.

Apps sind außerdem nicht immer relevant

Gerade in Destinationen ist das ein wichtiger Aspekt und mit “Instant Apps” von Google hat man hier völlig neue Möglichkeiten. Sie haben den Vorteil, dass sie kontextuell Sinn stiften und nicht übermäßig belasten – ähnlich wie bei Snapchat, wo Fotos nicht gespeichert werden. Apps und deren Download verbrauchen wertvollen Platz und noch wertvolleren Akku. Hier ultra-local Mehrwert zu schaffen hat auf jeden Fall Potential!

Außerdem braucht nicht jede Destination/Region eine eigene App – mehr überregionale Zusammenarbeit hinsichtlich Reiseinformationen und -Planung ist zu empfehlen um Relevanz herzustellen. Auch hier treffen dieselben Aspekte zu, wie auch schon im vorherigen Punkt: kontextuell Sinn stiften und nicht übermäßig belasten.

DMOs als Content-Aggregatoren?

Möglicher Weg in der Zukunft: Die DMO als Content-Aggregator: Leistungsträger, Einheimische und Influencer produzieren Inhalte, die DMO stellt die Plattform zur Verfügung und reduziert sich auf die Rolle als reiner Organisator und nicht mehr als Produzent. Reiserouten sind über Apps download- und wiederholbar. Zusatzverkäufe über Apps generieren, in App Werbung (zB für ein Cafe, Restaurant, Museum, Event, etc.) Tickets direkt über die App kaufen – Reisetagebuch automatisch generieren und “Tageszusammenfassung” erstellen – diese ist über Facebook teilbar mit 1-2 Fotos.

OTAs mit ihren Paketen werden bestehen bleiben, weil sie den Leuten die Arbeit für Recherche und Reiseplanung abnehmen. Was es aber braucht sind neue gute Ideen abseits der Touristenpfade, “Individualität” für die Masse also. Dass dieser Ansatz nicht abwegig ist, zeigen Projekte wie “this is MY Athens” (Stadtführung durch Einheimische): das Produkt bleibt gleich, aber die Erfahrung pro Gast ist individuell.

Apps vs Mobile-Pages

Die Diskussionen schwanken zwischen “pro Apps” und “pro mobile Seite”. Eine gut organisierte mobile Seite unterscheidet sich kaum mehr von Apps, jedoch besitzen diese  einige eindeutige Vorteile:

  • Kunden kaufen in der App mehr als sonst wo: Warenkorbwerte $116 (App) vs. $100 (Desktop) vs. $91 (mobile Browser)
  • Apps erleichtern das Browsen und den Kauf (App vs Mobile Site)
    • Apps liefern 2,3x Conversion Rate
    • Produkte werden in der App 3,8x öfter angesehen
    • Produkte werden 1,9x öfter in den Warenkorb getan
    • Produkte werden in der App 1,2x öfter gekauft

Das heißt, für Unternehmen mit eCommerce ist eine App definitiv in Erwägung zu ziehen.

Ist das Ziel “Information und Inspiration”, dann muss auf jeden Fall ein konkreter Mehrwert generiert werden, der es wert ist wertvollen Akku und Speicherplatz zu opfern.

Bisherige Tourismus-Apps sind hier oft nicht so gut aufgestellt, denn es fehlt ein konkreter Mehrwert zur mobilen Seite bzw. zum bestehenden Offline-Informationssystem (Karten, Schilder, Info, etc.) Aus diesem Grund geben wir hier in 7 Schritten Aufschluss darüber, wie eine erfolgreiche Tourismus-App gestaltet werden soll…

7 Schritte für eine erfolgreiche Tourismus-App

Hier sind 7 Schritte, die helfen eine erfolgreiche App für Destinationen zu erstellen:

Schritt 1: Löse ein konkretes Problem/biete Mehrwert

Das Problem/der Mehrwert sollte nativ zur Plattform passen:

  • Magazin/Ipad passend für: Inspiration, Träumen, Entspannen, in der eigenen Zeit
  • Webseite (Desktop) passend für: informieren, assistieren, inspirieren, erklären, transferieren, komplex
  • Mobile passend für: Aktion, Recherche, jetzt, suchen, teilen, Faktencheck, persönlich

Schritt 2: Definiere ein konkretes Ziel

  • Wahrnehmung (awareness)
  • Loyalität
  • User-Generated Content (UGC)

Schritt 3: Funktionalität

Wenn man definiert hat, was die App überhaupt tun soll, dann muss man im nächsten Schritt sicher gehen, dass sie

  • Einfach zu bedienen ist
  • Schnell reagiert/ gute Performance aufweist
  • und vor allem eins ist: simpel!

Zu viele Funktionen verwirren. Viele Apps werden nicht angenommen, da sie zu unübersichtlich sind und zu viele Funktionen bieten, sodass der User nicht weiß, wo er beginnen soll.

Schritt 4: User-Interface Design (UI)

Design ist zentral, denn nichts beeinflusst die User Experience so stark wie das User Interface. In den letzten Jahren ist das Niveau für gutes Design stark gestiegen und die User erwarten sich entsprechendes. Auch hier gilt: Simpel ist gut!

  • Zu viel Auswahl wirkt sich negativ aus
  • Nutze Bilder/ Buttons statt Text
  • Vereinfache die Prozesse
  • Konzentration auf das Wesentliche!

Schritt 5: Erstelle eine Killer-Landingpage

Es gibt nur eine Chance für den ersten Eindruck! Und der ist wichtig. Der erste Eindruck entscheidet, ob die App nochmal aufgerufen wird oder nicht!

Deshalb ist es wichtig sich zu fragen, was der User in den ersten 30 Sekunden machen wird?! Ist diese Erfahrung zufriedenstellend?

Gott sei Dank gibt es ein paar Tipps:

  • Die App sollte innerhalb von 2 Sekunden starten
  • Beim Öffnen zeige eine Übersicht oder starte mit einem konkreten Use-Case
  • Teste worauf die User klicken und adaptiere
  • Wiederhole diesen Prozess: verstecke oder lösche unnötige Funktionen. Vermeide Prozesse, die sich im Kreis drehen.

Schritt 6: Gib einen Grund um zurückzukommen

  • Lieblingsfunktion
  • Nützliche Information: Programme, Detailinfo, Wörterbuch, Karten, etc.
  • Angebote und Pakete
  • Zu internem Kontakt ermutigen: Newsletter, Facebook-Like, Kommentar, etc.

Schritt 7: zum “teilen” animieren

  • User teilen nicht nur weil sie können – es muss Sinn machen!
  • Setze Schritte um Stolz, Fortschritt, Selbstbild und Hilfe zu stärken.
  • Mach es einfach und fülle Texte im Voraus aus bzw. automatisch
  • Eventuell sind auch social-streams sinnvoll
  • Bewertungen und Sterne-Rating helfen Usern die Inhalte einzuordnen

Diese Anleitung ist natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss – trotzdem hoffen wir, dass wir beim Thema Apps im Tourismus weiterhelfen konnten! Wenn es noch mehr über die optimale Kommunikation einer Marke oder Region gibt, dann folgen Sie bitte dem Link oder kontaktieren Sie uns!

 

Quellen und weiterführende Literatur:
Dickinson, J.E., Ghali, K., Cherrett, T., Speed, C., Davies, N., Norgate, S. (2014) Tourism and the smartphone app: capabilities, emerging practice and
scope in the travel domain. Current Issues in Tourism. 17(1), 84-101. http://eprints.bournemouth.ac.uk

Kennedy-Eden, H. & Gretzel, U. (2012). A taxonomy of mobile applications in tourism. E-review of Tourism Research, 10 (2), 47-5 http://ro.uow.edu.au

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