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(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

03.10.2016

Saison-Tourismus: Auf der Suche nach dem Besonderen

Saison-Tourismus_ Auf der Suche nach dem Besonderen

Jahr für Jahr gibt es neue Rekordmeldungen der Tourismusbranche: der Wintertourismus ist solide, die Sommernächtigungen steigen und alle Touristiker sind zufrieden. Nachholbedarf hat die Branche jedoch in den Nebensaisonen – Hier muss sich die Tourismusindustrie noch viel einfallen lassen, um mittelfristig erfolgreich zu werden.

Orte wie Ischgl im Tiroler Paznauntal schaffen das bereits mit einer Mischung aus zugkräftigen Konzert- und Sportevents. Doch Events sind nicht die ultimative Lösung – sie sind teuer, schwer zu organisieren und generell schaffen es Gäste nur zu einer Handvoll Events – der Rest ist nur mäßig erfolgreich.

Dieser Artikel ist eine Antwort auf den Bericht von ORF.at zum Thema: Auf der Suche nach dem Besonderen mit dem Ziel Antworten und Lösungen für die Nebensaisonen zu finden.

Events und Wellness alleine reichen nicht mehr

Der Boom der letzten Jahre immer mehr Wellness-Einrichtungen zu bauen oder neue Feste und Events zu planen, kommt langsam zum Erliegen. Das ist auch gut so, denn mittlerweile gibt es fast überall moderne und großzügige Wellness-Tempel.

Gäste erwarten sich jedoch mehr! Was mit Wellness begonnen hat, hört nicht bei Sauna und Thermalbad auf. Das Thema Gesundheit und Stressreduktion wird immer wichtiger, da das Leben und der Arbeitsalltag in die genaue Gegenrichtung steuern. „Im Zentrum steht nicht mehr oberflächliche Entspannung, sondern dauerhafte Selbstveränderung“, sagt selbst Petra Stolba, Chefin der Österreich-Werbung.

Selbstveränderung bedingt auch eine Art der Involvierung, doch leider sind Gäste viel zu oft nur “Statisten oder Zuschauer”. Sie kommen, konsumieren und gehen wieder ganz ohne Veränderung. Durch Hilfsmittel wie die Erlebnispyramide ist es leicht möglich aus reinen Produkten, Packages oder Services echte Erlebnisse zu gestalten wie man in der nachfolgenden Grafik gut erkennen kann:

Die Erlebnispyramide im Tourismus

Eine stärkere Differenzierung der Regionen/Marken wird nötig

Erholung und “was erleben” wird fast überall angeboten und schön ist es dort auch – das Problem dabei: die Orte und Regionen sind austauschbar geworden. Klar gibt es Akzente doch eine stärkere Differenzierung wird zunehmend nötig.

Gut gelungen ist das Leogang oder auch dem Semmering mit dem Down-Hill Mountainbiking. So konnten Sie für sinnvolle Auslastung der lokalen Betriebe auch während der warmen Monate sorgen und zusätzliche Wertschöpfung generieren.Aber auch die hohen Tauern mit “Hohe Tauern Health” sind ein gutes Beispiel für regionale Themen, die starken Wiedererkennungswert bieten. Die hohen Tauern sind durch ihre Lage und Beschaffenheit ideal für Allergiker und dieses Thema so aufzugreifen bietet allen Leistungsträgern eine Möglichkeit sich einzubringen.

Eine ausgearbeitete Marke inklusive Marketing-Strategie halten wir für ein zentrales Element für eine stärkere Differenzierung. Nur wenn den Gästen klar ist, für was eine Region steht, können sie sich mit ihr auseinandersetzen. Identifikation mit einem Meta-Thema braucht jedoch Zeit und einen Großteil der Leistungsträger. Sonst entsteht die Gefahr, dass das Produkt nicht durchgängig ist und damit hat es keine Chancen!

Produkte und Themen unabhängig von Saisonen planen

Touristiker haben die schöne Aufgabe Situationen für Erlebnisse zu schaffen. Erst durch die tolle Bergkulisse, durch den Wellnesstempel, durch die Downhill-Anlage können Erlebnisse überhaupt entstehen – erlebt werden sie aber individuell und von jedem Gast anders.

Wie wir zuvor schon gesehen haben, sind Erlebnisse mit Hilfe der Erlebnispyramide durchaus plan- und quantifizierter und sollten damit Teil einer jeden Tourismus-Strategie werden.

Wir von Tourismusdesign sehen uns nicht als reine Tourismusberater, sondern sind auch ganz stark in der Marken- und Produktentwicklung tätig. Zu diesem Zweck möchten wir zwei Meta-Themen vorstellen, die 1.) saisonverlängernd wirken und 2.) alle stakeholder ins Boot holen und 3.) zusätzliche Wertschöpfung generieren.

Alpine Ice – Eislaufen am Berg

Alpine Ice ist ein Konzept für den Wintertourismus. Mit diesem schneesicheren Produkt setzen wir einzigartige Landmarks, erschaffen zusätzliche Wertschöpfung in der Region, schöpfen das ganze Gäste-Potential aus und sorgen für ein medienwirksames Echo durch sämtliche Zielmärkte.

Zusammen mit unseren Partnern erschaffen wir Eislaufen am Berg durch an die Landschaft angepassten Eisbahnen: Die Größe und Formenführung ist komplett flexibel, die Kunsteisproduktion ist naturschonend und umweltfreundlich, die modularen Eismatten passen sich dem Untergrund an und lassen sich in der warmen Jahreszeit schnell und problemlos abbauen.

Mit Alpine Ice gehen einige Vorteile einher: da die Eisbahnen auch bei Plusgraden funktionieren, steht einem pünktlichem und verlässlichem Saisonstart nichts im Wege. Die Vorsaison wird aufgewertet und es ist auch für die frühen Gäste “was los”. Die Nicht-Skifahrer werden angesprochen bzw. sind Zusatzverkäufe durch Früh/Abend und Nachtfahren möglich um die Zeiten vor und nach dem Skifahren zu füllen. Eine fein gewählte Streckenführung mit Bergpanorama sorgt für stimmungsvolle Bilder und der relativ überschaubaren Investition stehen hohe Medienwirksamkeit, bessere Auslastung und eine verlässliche Gästeattraktion gegenüber.

Alpine Ice - Beispiel wie eine Bahn aufgebaut sein könnte

Alpine Ice – Beispiel wie eine Bahn aufgebaut sein könnte

 

Slow Tourismus – Urlauben auf Langsam

Auch das Thema “Slow” ist eine sehr gute Alternative für Sicherung der mittel- und langfristigen Wertschöpfung am Berg. Doch Alternativen zu größeren Personenkapazitäten, budgetintensiver Infrastruktur, High-Speed Free WLAN oder der nächsten Trendsportart sind rar und wenn, dann kostenintensiv. In vielen Fällen erzeugen Innovationskonzepte eher Stress statt Fortschritt. Dennoch gibt es radikal innovative Bespielungsideen am Berg, die den heute schon starken Gegentrend zu „ schneller“, „always online“ und „Pluralisierung“ nützen – Slow Business.

Slow Business am Berg bedeutet die Entwicklung von Geschäftsmodellen in einen Erlebnisraum, der von Grund auf schon die Sehnsucht der Menschen nach Entschleunigung, Durchatmen, Lebensqualität, Freiheit, Weite, Stille, Rückzug, Ankommen, Entfalten, usw. stillt. Der neue Leitsatz lautet: Besser statt Schneller.

Das Zukunftsinstitut zitiert in der neuen Slow Business Trendstudie Dan Roy, Blogger und Autor von „The Way of Slow Travel: A hand-on Guide to the Best Travel of Your Life“ zehn Prinzipien des Langsam-Reisens. Diese Prinzipien bilden die Grundlage für weitere konkrete Umsetzungsideen und -projekte:

  1. Tempo drosseln.
  2. Komfortzone ausweiten.
  3. Vereinfachen.
  4. Von Plänen loslassen.
  5. Weniger ausgeben.
  6. Fuß fassen, erden.
  7. Sich einfügen.
  8. Auf Fremde vertrauen.
  9. Dankbarkeit zeigen.
  10. Das Gewöhnliche wertschätzen
 Mehr erfahren über Produkt- und Markenentwicklung im Tourismus.

 

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