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(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

16.03.2016

Digitale Besucherlenkung Glossar: wie funktioniert Standortbestimmung und welche Arten gibt es?

Digitale Besucherlenkung Glossar - wie funktioniert Standortbestimmung und welche Arten gibt es

Ortsabhängige Ausspielung von Content und Angeboten sowie digitale Besucherlenkung sind die Zukunft im Tourismus. Durch das Überangebot an Informationen ist es immer wichtiger geworden, Inhalte an Gäste nur dann auszuspielen wenn sie sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort befinden, sodass diese Informationen auch Relevanz besitzen.

Leider passiert noch viel zu oft, dass Inhalte nur statisch, das heißt orts- und kontextunabhängig ausgespielt werden. Dabei geht das so einfach! Hier findet ihr eine Übersicht über alle Möglichkeiten der Standortbestimmungen und welche touristische Relevanz sie besitzen können.

Anwendungsmöglichkeiten von ortsabhängiger Informationsausspielung im Tourismus

Man stelle sich vor: man reist an, ruft die Webseite der Tourismusinfo auf und bekommt nur Hotelangebote angezeigt… an dieser Stelle meistens nicht mehr relevant. Dadurch, dass der Gast bereits vor Ort ist und auch eingecheckt hat, ist er vielleicht mehr interessiert an “Dinge, die man in der Region machen kann” wie etwa Öffnungszeiten von POIs oder eine Empfehlung für das anstehende Mittagessen.

Und was wäre ein Museum, eine Ausgrabungsstätte oder ein Themenweg ohne Informationen vor Ort? Die Problematik von Witterung, wechselnder Information oder hohen Kosten für die Schilder kann mit Hilfe von digitaler Präsentation leicht umgangen werden. Schilder vor Ort werden damit nicht obsolet, jedoch kann das Gästeerlebnis stark durch digitale Inhalte verbessert werden.

Standortbestimmung durch NFC, QR-Codes, Geofence oder iBeacons

Um relevante touristische Inhalte zur rechten Zeit auszuspielen ist es zunächst nötig den Standort des Nutzers zu bestimmen, um Rückschlüsse auf seine Interessen ziehen zu können. Um das zu erreichen gibt es eine Reihe von Hilfsmittel und Technologien, die aktiv bzw. passiv dem Webseitenbetreiber den Standort des Gastes mitteilen. Hier eine Übersicht über die Methoden:

 

QR-Code

QR-Codes werden im Tourismus häufig eingesetzt

QR-Codes sind kostengünstig und bekannt

QR-Codes ist die am längsten bekannte Technologie. Die heutigen QR-Codes können bereits über 4000 Zeichen speichern. Allerdings gilt: je weniger, desto besser. Zum Scannen des QR-Codes wird eine App benötigt. Werden QR-Codes richtig eingesetzt, so sind sie ein kostengünstiges und niederschwelliges Werkzeug zur Standortbestimmung der Gäste.

Vorteile von QR-Codes

  • Billig zu produzieren
  • Verwendung bei den Usern bestens bekannt
  • In Kombination mit anderen Medien und Technologien sehr gut einsetzbar

Anwendungsmöglichkeiten von QR-Codes im Tourismus

  • Mobile Marketing auf Ausstellungen, Messen und Events
  • Kostengünstige Variante der digitalen Besucherlenkung
  • Erweiterung von Angeboten, Themenwegen oder sonstigen (offline) Informationsquellen durch digitale Inhalte

 

NFC-Chips

NFC-Chip für den Einsatz im Tourismus

NFC-Chips sind sehr klein und im Tourismus gut anwendbar!

NFC heißt “Near Field Communication” und wird vor allem für direkte Bezahlung mit dem Smartphone genutzt. Der vor Ort angebrachte NFC-Chip ist von einer Antenne umgeben und hat die Größe eines faustgroßen Aufklebers. Hält man das Smartphone in die Nähe, empfängt der NFC Chip die vom Handy emittierte Energie und sendet die in ihm gespeicherte Information (meist eine URL) ans Smartphone zurück. NFC ist heutzutage schon in fast jedes neue Smartphone integriert. iPhones können es nur zum Bezahlen benutzen, Android oder Windows-Geräte auch für den Austausch von Informationen.

Vorteile von NFC-Chips

  • Für den Gast sehr einfach zu nutzen: nur draufhalten
  • Hohe Verbreitung

Anwendungsmöglichkeiten von NFC im Tourismus

  • Ticket-Shops für Museen, Ausstellungen, Gästetransporte, etc.
  • Zutrittskontrollen (z.B. Fastpass)
  • Loyalty-Programme und Gutscheinsysteme
  • Streaming oder Download von Medien

 

Beacons

iBeacons können im Tourismus relativ rasch eingesetzt werden

iBeacons bieten viele Interaktionsmöglichkeiten

iBeacons (Leuchtfeuer) basiert auf einer neuen Bluetooth-Technologie (BLE), wurde von Apple eingeführt und wird mittlerweile auch von Android unterstützt. Es sind kleine Geräte, die an passenden Stellen montiert werden und über eine Batterie recht lange selbstständig betrieben werden können. Kommt ein Gast in die Nähe so wird eine Interaktion ausgelöst. iBeacons senden immerfort drei kombinierte ID-Nummern aus, die somit den Standort des Gastes eindeutig identifizieren. Mit einer App können Inhalte zum jeweiligen Standort am Smartphone ausgespielt werden. Eine weitere Beacon-Technologie kommt von Google: sogenannte Eddystones übermitteln via BLE eine URL, die im mobile Browser geöffnet werden kann. Die Software dahinter ist jedoch noch nicht ganz martkreif.

Vorteile von Beacons

  • Für den Gast mit Hilfe einer App sehr einfach zu nutzen
  • Hohe Verbreitung
  • Im Hintergrund aktiv und somit stromsparend
  • Einfache Montage und Wartung

Anwendungsmöglichkeiten von Beacons

  • Gäste vor Ort per Push-Nachricht erreichen
  • Je nach Standort passende Informationen zu Bildern, Pflanzen, Menschen, Gebäuden, etc.
  • Navigation der Gäste/ digitale Besucherlenkung – wo ist das nächste WC, Café, etc.

 

GPS-Geofencing

GPS-Geofencing ist sehr schnell einsetzbar

GPS-Geofencing ist sehr schnell einsetzbar

GPS-Geofencing ist nichts anderes als ein digital gezogener Zaun – übertritt man ihn, so wird eine Interaktion ausgelöst. Das GPS-Modul im Smartphone dient dabei der Lokalisierung. Viele Nutzer kennen das schon – wird eine Webseite aufgerufen so fragt der Browser um Erlaubnis den Standort abfragen zu dürfen. Stimmt man zu, schickt der Browser den Standort ans System und gleich im Anschluss bekommt man die für diesen Gast vorgesehene Information ausgespielt. In Apps ist Geofencing übrigens noch einfacher zu nutzen.

Vorteile von GPS-Geofencing

  • Passives System dh. sehr stromsparend und User muss nichts aktiv tun
  • Vor Ort “unsichtbar” dh Gast muss die Webseite aktiv besuchen um eine Interaktion auszulösen (dh keine Schilder oder Sender, die installiert werden müssen)
  • In bestehende Systeme integrierbar

Anwendungsmöglichkeiten von Geofencing

  • Location-Based Marketing
  • Automatisches Check-In/Check-Out
  • Automatische Besucherzählung bei POIs
  • Social Wall mit Beiträgen aus einer bestimmten Region


 

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2 Kommentare

  1. Georg Holzer, 25.03.2016:

    Guter Artikel! Gratuliere.

    Keine dieser Techniken ist perfekt und einige davon werden zu unrecht gebasht (QR). Wohltuend, dass dies hier einmal nicht passiert. All diese Techniken schaffen eine wichtige Brücke – jene zum Handy vom Gast.

  2. Michael, 30.03.2016:

    Danke Georg!
    Und du hast völlig Recht – ob eine Technik sinnvoll ist oder nicht, kommt auf die gewollte Anwendung an. Der Gast (sollte) im Fokus stehen und das Gästeerlebnis ist zu perfektionieren… Technik kann und sollte hier nicht als Ausrede für eine suboptimale dramaturgische Umsetzung sein!