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(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

27.11.2015

7 Thesen zur Zukunft von DMO’s

7 Thesen zur Zukunft von DMOs

Am deutschen Tourismustag 2015 sprach Martin Schobert über die Zukunft der DMO. Dabei stellte er 7 konkrete Thesen auf, die dabei helfen die DMOs der Gegenwart erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Die Geschichte der Tourismuswerbung

Wer kennt sie nicht, die schönen, selbst gemalten Plakate? Die erste Tourismuswerbung war ein regelrechtes Kunstwerk: tolle Landschaften, inspirierende Situationen und spannende Geschichten wurden erzählt. Doch dann kam die Revolution: das Radio. Und wie wir alle wissen “TV killed the radio-star”. Mitte der 90er Jahre kam dann das Internet – aber das verschwindet sowieso bald wieder!

Spaß beiseite. Der Punkt ist folgender:

In Zeiten der Printwerbung – hat irgendwer ein Print-Werbeteam gegründet?

In Zeiten der Radiowerbung – hat dann irgendwer eine Radio-Abteilung ins Leben gerufen?

Oder hat irgendwer ein TV-Marketingteam im Organigramm?

Also: Warum haben Firmen in den letzten 15 Jahren dann digital-Agenturen engagiert und digitale Abteilungen gegründet?

Weil Werbeagenturen und Marketingmitarbeiter digitale Plattformen nicht verstanden haben! Daher konnten sie für diese auch keine relevanten Ideen entwickeln. Deshalb haben sie um Hilfe gefragt und mittlerweile gibt es für jede noch so kleine Plattform und Kanäle eigene Experten.

Aber: Eher stirbt man beim Flugzeugabsturz als auf Banner zu klicken. Sie verstehen, dass die Existenzberechtigung einer Destinations Marketing Organisation die sich auf ein spezifisches Medium spezialisiert falsch ist.

 

Tod der DMO ohne 360° Perspektive auf den Gast

Tod der DMO ohne 360° Perspektive auf den Gast


 

7 Thesen um eine DMO in eine erfolgreiche Zukunft zu führen

Und das bringt uns schon zu den vorher genannten Thesen und Maßnahmen, die es braucht um diesen einseitigen Trend entgegenzuwirken und den Fokus wieder auf das einzig relevante zu richten: dem Gast und nicht einem Medium!

#1 digitale Transformation

Tourismusorganisationen müssen sich heute in digitale Organisationen transformieren oder sie werden hinsichtlich ihres Nutzens für Märkte und Gäste irrelevant. Das heißt, dass die gesamte Organisation nicht nur “digital denkt” sondern auch jeder mit dem Umgang der Technologien Bescheid weiß. Es sollte nicht eine Frag sein “ob man jetzt auch Instagram oder Pinterest” macht, sondern eher passende Kanäle für die Botschaft auszuwählen.

Wenn man immer noch Kataloge verschickt oder diese in digitaler Form anbietet so hat man den Sinn und Zweck von Online nicht verstanden. Form und Art der Darbietung haben sich vollkommen geändert und eine Anpassung funktioniert nur wenn die ganze Organisation sich digital transformiert!

 

#2 Identität mit Storytelling

Sieht sich Tourismus in der Erlebnis-Wirtschaft, dann muss er medien-unabhängig agieren. Ein Erlebnis hört nicht mit online auf und fängt mir offline an. Es ist komplett durchgängig! Die tollsten (offline) Momente werden ständig fotografiert und mit Freunden geteilt – man denke an die ganze Selfie-Kultur. Touristiker müssen lernen tolle Geschichten zu erzählen – und zwar medienunabhängig!

Medien und Technologien können sehr stark zu einem großartigen Erlebnis beitragen – man denke an Gamification oder digitale Besucherlenkung. Man muss das Medium passend zur Geschichte wählen und nicht umgekehrt.

 

#3 partizipative Budgetquellen

Heutzutage zahlen einige wenige Profiteure vom Tourismus für die breite Masse. Das ist weder fair noch sorgt es dafür, dass eine korrekte Interessensvertretung seitens der DMO möglich wird. Eine DMO sollte ALLE Beteiligten und Profiteure vom Tourismus vertreten und da ist es auch nur gut und richtig, dass auch alle an den Kosten beteiligt werden. Folgende Budgetquellen sind daher naheliegend:

  • Öffentliche  Hand (Fördermittel)
  • Bereisten (Crowdfunding)
  • Reisenden (Abgaben)
  • Private Wirtschaft (ppp)

Ps: so schafft man auch faire Regeln (Stichwort: Shareconomy)

 

#4 Vom Marketing zum Mediahaus

Wir müssen verlernen Tourismuswerber zu sein. Durch Content Management und Kuration entstehen „Medienhäuser der Destination“: DMO sammelt, veredelt, arrangiert Inhalte die Menschen emotional bewegen. DMOs erstellen also nicht selber inhalte sondern agieren nur als Veredler und Organisator. Sie haben die Oberhand und kennen sich aus was funktioniert und was der Gast auch wirklich möchte.

 

#5 Serviceorganisation für Gast + Gastgeber

Es herrscht derzeit sehr großer Handlungsbedarf an der eFitness. Eine Umfrage der FH-Salzburg hat ergeben, dass sich ganz viele Mitarbeiter von Leistungsträgern wesentlichen Bereichen nicht sicher fühlen. Dazu zählen “direkter Vertrieb, Bewertungsplattformen und rechtliche Aspekte”. Eine DMO als Interessensvertretung und Steuermann, sollte sich als echte Serviceorganisation sehen – und zwar nicht nur für den Gast sondern auch für die Gastgeber. Nur konkrete Weiterbildungsmaßnahmen sorgen dafür, dass die Betriebe im Internet fitter werden und auf die bestehenden Trends adäquat reagieren können, ganz zu schweigen von zukünftigen Entwicklungen!

So kann man auch faire Regeln für alle erstellen und die sharing Economy als Chance und Service am Gast sehen.

 

#6 Produktentwicklung mit Inszenierung

Ankommen, Ultra-Local, Begegnen, Zeit, sich “erden”, temporäre Heimat, Geborgenheit, Glück;

Produkte brauchen Inszenierung – sonst sind sie tot. Studien haben ergeben, dass Menschen sich vor allem dann für etwas begeistern, wenn sie darauf vorbereitet werden. Wie in einem guten Trailer, der Lust auf den Film macht, so brauchen die Gäste vorab einen Appetithappen. Aber die Idee geht noch weiter – der Eingang, die Zufahrt oder der Weg zum Ort muss auch bereits inszeniert werden.

Disneyland zum Beispiel macht das sehr gut. Selbst der Weg zum Park erzählt eine Geschichte, erweckt Erwartungen und zeigt, was man alles tolles erleben WIRD. Davon können und sollen Touristiker lernen und ihre Produkte von Anfang bis zum Ende perfekt inszenieren.

 

#7 Fokus auf “während” und “nach” der Reise!

Die Phasen der Reise sind klar: “vor, während und nach” der Reise. Heutzutage liegt der Fokus fast ausschließlich auf der Phase “vor” der Reise. Es wird geworben, inspiriert und die Gäste in die Region eingeladen. Sind sie erstmal hier, dann gibt es noch eine Tourist-Info, ein paar Folder und vielleicht eine App. Was fehlt, sind richtig gute und gelungene Ideen und Konzepte zur Besucherlenkung, zur Information und zum Erlebnis-Design. Manchmal gibt es ein paar “Leuchtturmprojekte” aber die verlieren sich oft im Sand weil es noch keine digitale Transformation gab (siehe Punkt 1).

Auch “nach” der Reise geht über reine Stammgästeprogramme hinaus. Es ist nicht genug Gutscheine zu vergeben, eine Postkarte zu schicken oder Punkte sammeln zu lassen. Das Service geht nach der Reise weiter und die Menschen schätzen es, wenn man zur richtigen Zeit relevantes Service bietet!

 

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie Sie als DMO hinsichtlich dieser Thesen aufgestellt sind, so stellen Sie sich dem 1-minütigen Schnelltest!

 

 

 

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