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“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

24.04.2015

Tourismus und Medien: eine schwierige oder nützliche Beziehung?

Tourismus-Medien-Fokus Bildquelle: FH-Wien.at

Sehnsüchte wollen geweckt, Urlaubsstimmung gemacht, aber vor allem eigene Angebote verkauft werden. Die Orientierung für Kunden wird durch Reizüberflutung und immenser Angebotsvielfalt nicht einfacher. Tourismus und Medien können daher voneinander profitieren: Der Tourismus bietet Stoff für viele gute Geschichten; die Medien haben Mittel und Möglichkeiten, diese gezielt und schön aufbereitet zu verbreiten – am Ende stehen zufriedene Leser und Gäste!

Tourismus:Medien:Fokus war Thema einer Fachveranstaltung des Instituts für Journalismus & Medienmanagement der FH-Wien der WKW, welches gemeinsam mit ÖGAF, der Österreichischen Gesellschaft für Angewandte Forschung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, am Mittwoch, 22. April 2015, veranstaltet wurde.

Disclaimer: Informationen und Daten beruhen auf dem Input der Tagungsteilnehmer!

Compliance – oft ein Problem

Unter dem Titel “Compliance – Sind Pressereisen Schnee von gestern?” diskutierten einige Experten in offener Runde über dessen Problematiken. Mit dabei war Ulrike Rauch-Keschmann, Unternehmenssprecherin der Österreich Werbung, Stefan Bracher, Unternehmenssprecher der Eurotours, Rainer Nowak, Chefredakteur “Die Presse” sowie Sascha Aumüller vom Reiseressort “Der Standard”.

Alle waren sich einig, dass Compliance ein großes Problem ist: “Noch nie war es heutzutage einfacher, sich gute Berichterstattung zu erkaufen – Und die Unternehmen machen es” so Stefan Bracher von Eurotours. Während die größeren Qualitätszeitungen strenge Compliance Richtlinien haben und die Reisen entweder selbst bezahlen oder genau kennzeichnen, können/wollen es kleinere Blätter nicht.

Oft wird eine Berichterstattung angeboten sobald man Annoncen in einer gewissen Größenordnung schalten lässt. Auch vor “Schnäppchenjäger” muss man sich in Acht nehmen – nicht alle Journalisten/Blogger haben einen konkreten Auftrag.

Blogger und freie Journalisten sind gefragt

In der Berichterstattung lässt sich außerdem ein Trend in Richtung freier Journalisten und Blogger erkennen. Die Österreich Werbung veranstaltet ca. 400 Pressereisen pro Jahr. Auch sie bestätigt, dass jene Reisen mit 10-15 Personen weniger geworden sind und falls Gruppen kommen, dann sind sie wesentlich kleiner – ein wichtiges Kriterium für gutes Storytelling!

Es ist extrem wichtig, als Tourismus-Organisation gute Geschichten zu erzählen um die Medien aufmerksam zu machen – so der O-Ton der Teilnehmer. Stefan Bracher (Eurotours) meint sogar, dass der “Schnickschnack bei Reisen viel weniger geworden” ist. Das Produkt an sich soll/muss überzeugen und nicht das drumherum.

Blogger liegen zwar im Trend jedoch kann man sie noch nicht ganz einschätzen. Die Unternehmen wünschen sich von Bloggern mehr Transparenz im Sinne von einem Portfolio, Reichweiten-Statistiken und Zielgruppen-Analysen.

Umgekehrt sollten die Unternehmen genau definieren, was sie sich von den Bloggern und freien Journalisten erwarten, welche Leistungen inkludiert sind und wie die Berichte gekennzeichnet werden müssen. Compliance ist eine Aufgabe von beiden Seiten: Denn am Ende steht ein zufriedener Leser und Gast!

Mehr Videos braucht das Land

Stefan Kröll, Geschäftsführer von pro.media kommuniation, Karin Thiller, Geschäftsführerin APA-OTS Tourismuspresse sowie Martin Schobert, Geschäftsführer von tourismusdesign sprachen sich gemeinsam für mehr “Geschichten” aus!

Und wie kann man besser Geschichten erzählen und Emotionen transportieren? Durch bewegte Bilder!

Video-Content wird in der Tourismusbranche so gut wie gar nicht genützt – Knowhow fehlt, die Unternehmen trauen sich nicht drüber, wissen nicht welche Richtlinien ausführende Agenturen benötigen, die Infrastruktur steht nicht zur Verfügung und der komplette Umgang mit dieser Materie scheint neu….

Dabei gibt es bereits sehr gute Video-Produzenten! Hochwertige Videos können schon ab etwa 2.500€ erstellt werden und erreichen sehr viel mehr Reichweite als normale Bilder oder gar Texte.

Es geht sogar noch weiter: Medien suchen aktiv nach guten (Video) Content den sie verbreiten können. Tourismusorganisationen können Videos bereitstellen wo man als Medium Logo und Überschriften per Baustein-System personalisieren kann.

Veränderungen in der Kommunikation

Die Kommunikation ist nicht nur in den letzten Jahren einer Änderung unterworfen sondern ist seit jeher im ständigen Wandel.

Kommunikation im Jahr 2015:

  • In diesen Tagen avancieren Blogs zum neuen Leitmedium.
  • Unterhaltung wird immer wichtiger (Geschichten erzählen!)
  • Die Aufmerksamkeitsspanne wird kürzer: verlangt knackige Texte oder kurze Videos (bis 30sek.)
  • Metadaten bringen Inhalt und stellen Kontext her (SEO!)
  • Service ist das neue Marketing (Service-Design)
  • Bilder und Videos sind meinungsbildende Medien für Reiseentscheidungen
  • Reiseberichte dienen der Inspiration – gebucht wird erst später… vielleicht! (POPO-Prinzip)

 

no photos grand canyon

Manche können nicht lesen ;)

Fazit: Verlernen zu werben

Martin Schobert fasste seinen Vortrag so zusammen: “Wir müssen verlernen zu werben”!

Produkte und touristische Dienstleistungen gehören in Szene gesetzt. Die Menschen erwarten ein tolles Erlebnis, eine Geschichte. Dadurch kann man sie begeistern und da ist oft weniger mehr. Digitale Werkzeuge können benutzt werden mehr Nutzen für die Gäste zu schaffen und es gilt: Service ist das neue Marketing!

Es gibt keine scharfe Trennung zwischen offline und online – es ist vielmehr eine Verschmelzung an dessen Ende ein zufriedener Gast steht. Die Medien spielen dabei eine wichtige Rolle und die Tourismusorganisationen sollten sich auf die oben genannten Veränderungen vorbereiten.

Viele junge Experten warten nur darauf, dass sie um Hilfe gebeten werden. Es gibt viele sehr kreative und professionelle Content-Produzenten… vor allem Blogger und freie Journalisten. Hier gilt es keine falsche Scheu zu zeigen sondern Ziel und Nutzen für die eigenen Aktivitäten zu identifizieren und zu nutzen!

Daniela Putz von Google Austria bringt es auf den Punkt: “Focus on the user and the rest will follow”!

 

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