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(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

16.07.2013

Produktentwicklung Ski Ride Vorarlberg

Ski-Ride Vorarlberg

Immer die selbe Leier

Produktentwicklungen im Tourismus passieren oft nach dem üblichen Schema:

Nehmen wir doch drei Kernleistungen (Übernachtung, Verpflegung, Ausflug) und machen daraus ein Package -fertig ist unser neues ultimatives Produkt!

das aber leider keiner bucht….

das auch absolut austauschbar ist…

das nichts mit der Marke der Region zu tun hat…

das jegliche Reisephasen des Gastes ignoriert.

Muss das sein? Wir denken nicht!

 

Die Phasen der Reise eines Gastes

In einer Woche von Nord nach Süd durch Vorarlberg

Ende letzten Jahres durften wir im Auftrag von Vorarlberg Tourismus eine Produktentwicklung begleiten:
Eine Reise quer durch Vorarlberg im Wechsel von technischem Freiraum und unberührter Natur bei gleichzeitigem Genuss von perfekt organisierten Erlebnisleistungen und Services sollen dieses Produkt einzigartig machen – im gesamten Alpenraum. Dabei erfahren die Gäste neben der Natur Vorarlbergs auch die (Bau-)Kultur und Kulinarik der Region.

Bergführer begleiten die Gruppe und bieten neben Lawinenkunde auch Tipps für das technische Fahren und Tourengehen im Gelände sowie Informationen und Geschichten zur Umgebung. Ein Teambus transportiert als besondere Serviceleistung das Gepäck von Hotel zu Hotel, während die Teilnehmer die einzelnen Etappen auf Skiern bewältigen. Gestartet wird im Kleinwalsertal, Endpunkt ist Gargellen.

Im Fokus steht also nicht das alleinige Abfahren von Tiefschnee-Höhenmeter (austauschbar!!!), sondern es geht um die Reise an sich (den FLOW), auf welcher jeder in seiner Art den “Magic Moment” erlebt. Die Kunst ist es also, Services so zu gestalten, dass dies geschehen kann.

Der “Magic Moment” für einen Teilnehmer der Gruppe: die einsame Durchquerung der unteren Wasserstubenalpe bei Sonnenuntergang

 

Produktentwicklung der anderen Art

Der Prozess wurde mithilfe von Service Design Methoden gestaltet. Persona Methode, Ideenfindung auf Basis der Erlebnispyramide, Customer Journey Mapping, Service Blueprint und Drehbuch waren dabei die Basis-Werkzeuge. Entlang aller Phasen der Reise wurden Services für den Gast entwickelt.

Die Erlebnispyramide im Tourismus

 

Visualisierung der Markenkontaktpunkte

Für LTOs mehr als unüblich: Vorarlberg Tourismus organisierte im laufenden Entwicklungsprozess sogar einen Testlauf! Dabei konnte das zukünftige Produkt unter realen Bedingungen erstmals getestet werden (sogar die Teilnehmer wurden auf Basis der entwickelten Personas ausgewählt), um anschließend mithilfe der Auswertungen von unserem Service Designer und Pädagogen (qualitative Interviews, Bild-Analysen, etc.) die einzelnen Prozesse des Ablaufs zu optimieren.

Skizze der Gefühlseindrücke eines Teilnehmers während des Testlaufs

Vom Produkt zum Leitprodukt

Viele werden jetzt vielleicht denken: Ja das gibt es ja schon, z.B. bei diesem Anbieter. Doch um einer Austauschbarkeit entgegen zu wirken, muss ein Produkt nicht nur in der Kernleistung stimmig sein, sondern auch in der Komplementär-/Serviceleistung UND in der Ambienteleistung!!! Das heißt, Szenerie, Atmosphäre oder einzigartige Geschichten machen das Urlaubserlebnis aus. Und was sind nun die Ambienteleistungen bei Ihrem Produkt? Dies gilt es, zu überprüfen.

3 Arten von Leistungen für ein Leitprodukt

Es geht nicht immer um Übernachtungen

Natürlich muss jedes touristische Produkt auch “buchbar” sein, aber es kann/soll auch aufgrund seiner Eigenschaften einen Mehrwert im Rahmen der Marke haben. Deswegen verstehen wir „Ski Ride Vorarlberg“ nicht als Produkt, welches die Nächtigungszahlen in Vorarlberg maßgeblich steigern soll (schon allein wegen seiner Exklusivität), sondern als ein Angebot, das die Marke Vorarlberg wiederspiegelt und als Leuchtturm für weitere bestehende Produkte in Vorarlberg dient.

 

Nachtrag: ein ähnliches Produkt zur Stärkung der Marke hat Vorarlberg Tourismus schon für diesen Sommer entwickelt: Min Weag 

 

 

 

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3 Kommentare

  1. Düringer Heli, 10.08.2013:

    Bin schon auf den ersten Start mit einer Gästegruppe gespannt.
    Habe selber eine Gruppe aus der Schweiz die da interessiert wären.

    SG Heli

  2. Ski Ride Vorarlberg konkret | tourismusdesign, 04.09.2013:

    [...] Ride Vorarlberg – es wird konkretNachdem wir im Hochsommer über unsere Begleitung bei der touristischen Produktentwicklung von Vorarlberg Tourismus berichteten, gibt es jetzt den ersten Flyer der Ski Ride Vorarlberg. Da man [...]

  3. 7 Schritte in die Zukunft des Tourismus oder Destination Management Organisation 2020 | tourismusdesign, 16.12.2013:

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