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“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

05.10.2012

Und wenn es dann nicht schön ist…..?

Blog anderson bild

Am 29. September besuchte ich das Symposium „public spots on private plots“ zur internationalen Gartenarchitektur im Essl Museum, Klosterneuburg und bekam viel Stoff zum Nachdenken. Zum Beispiel: Stig L. Anderson, Gründer und Kreativdirektor von SLA in Kopenhagen. Er stellte den Begriff des „Prozessorientierten Urbanismus“ in den Raum und erklärte diesen anhand des temporären Parkprojektes Fredericia C. Hier wurden Industriebauten im Hafenviertel nach deren Stilllegung abgebaut und das kontaminierte Gelände einer Zwischennutzung zugeführt. Ziel dieser Zwischennutzung ist es, ein stabiles Gerüst, einen Rahmen für die zukünftige städtebauliche Entwicklung herzustellen und die Bedürfnisse der Bevölkerung zu integrieren. In mehreren Workshops wurden Vorschläge gemeinsam mit Behörden und Bewohnern erarbeitet und einige davon phasenweise umgesetzt. Prozessorientierter Urbanismus legt Dinge frei und beobachtet, wie sich diese weiterentwickeln, inkludiert vorhandene Dinge und lässt auch fernab aller ästhetischen Ansprüche Vorhandenes gelten.

Für alle Beteiligten ist es ein Lernprozess, dass der gestaltete Ort in dieser Form wieder verschwinden wird und nur der Rahmen für eine zukünftige Nutzung übrig bleibt. Es ist eine Form von Luxus, sich diese Zeit zu nehmen, um dem Ort neue Schichten hinzuzufügen. Warum ich das alles erzähle, hat damit zu tun, dass ich mich gefragt habe, ob sich diese Herangehensweise in die Tourismusplanung integrieren ließe und ob es einen Auftraggeber gibt, der den Mut hat, das Entstehen, den Prozess als Produkt anzuerkennen und nicht das fertige Objekt für das Hochglanzprospekt.  Ein Miteinander der Menschen vor Ort und der Gäste, die beide den Raum immer wieder verändern, erweitern und aktiv in die Gestaltung eingreifen kann zu einer langfristigen Zufriedenheit aller und einer Kundenbindung der Gäste führen. Ein prozessorientiertes Arbeiten und das „Nicht anbieten können“ einer fertigen Lösung mit einer verkaufbaren Ästhetik bietet keine Attraktionen, aber Verantwortungsbewusstsein und eine tiefgreifende Verbundenheit aller Mitwirkenden mit dem Ort. Hier wäre der abgedroschene Begriff der Nachhaltigkeit dann auch mal angebracht.

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1 Kommentar

  1. Agnes Feigl, 19.10.2012:

    Das klingt spannend und sehr wohl nach Attraktion! Marlis, danke fuer den interessanten Blogbeitrag.