Angeln – Freizeitspaß für urbanes Publikum?

Ich nehme ein Foto aus meinem Archiv: Drei junge Leute auf dem Weg zum Fischen. Südafrika Tourismus verwendete dieses Bild großformatig auf seinem diesjährigen ITB-Messestand in Berlin. Inspiration durch Irritation. Die trendig gekleideten Freunde mit Angeln und Keschern geben Anlass zum Nachdenken. Findet diese Aktivität verstärkt Interesse bei Gästen aus dem städtischen Umfeld?
In der spanischen Kleinstadt Cangas do Morrazo wurden 2008 im Zuge der Revitalisierung des Hafens moderne Fischerhütten in Form eines langgestreckten Riegels (Planer: Irisarri + Piñera) gebaut. Der “Arbeitsfreiraum” der Fischer wurde attraktiv und öffentlich zugänglich gestaltet. Das beim European Public Space Award 2010 mit einer Special Mention ausgezeichnete Projekt zielt u.a. darauf ab, der tief in Cangas verwurzelten Aktivität ausreichend Sichtbarkeit zu geben, damit sie öffentlich erlebt werden kann. Fischen mit Publikum im öffentlichen Raum. – In der spanischen natürlich mit bedeutendem wirtschaftlichen Faktor, hierzulande ein zumeist privates Vergnügen, das möglichst abgeschieden in Ruhe und Einsamkeit ausgeübt wird.
In einem unserer Projekte an einem See werden wir Angeln als Urlaubsaktivität inszenieren – durch die Gestaltung eines Freiraumes, der mehrere Funktionen aufnehmen kann: fischen, zusehen, verweilen und lernen von erfahrenen Fischern. Wir nehmen eine Erzählung eines jungen Gastes vorweg: „Mama und ich fischen am Steg bei der Fischerhütte, Papa sonnt sich neben uns
. Ein junger Angler vom Anglerverein hat uns die wichtigsten Handgriffe gezeigt, jetzt versuchen wir unser Bestes. Vorbeikommende Wanderer bestaunen unseren Fang
.“
Fotoquelle: www.publicspace.org; Fotograf: Manuel Gonzalez Vicente


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