Landschaftsplanerin auf der ITB – Eindrücke, Erkenntnisse.

Meine erste ITB hat bei mir eine Mischung aus Enttäuschung und Aufbruchstimmung hinterlassen. (Für meine bloglesenden Landschaftsplaner-Kollegen: ITB Internationale Tourismus Börse. – Die weltweit größte Tourismus-Messe findet jährlich in Berlin statt. Bis von einem Jahr kannte ich sie auch noch nicht.)
Wäre ich ein Innenarchitekt, der auf Messebau spezialisiert ist, hätte ich eine Fülle neuer Ideen mitgenommen. Bin ich aber nicht. Und so hielt sich die Inspiration an den Messeständen sehr in Grenzen. Viele großformatige Fotos von Landschaften und glücklichen Menschen bilden den Background für die Geschäftsgespräche, die hier geführt werden. Kreative, konkrete Tourismusprodukte – sofern vorhanden – waren vermutlich in den Bergen von Prospekten enthalten. In Broschüren tiefer Einsicht zu nehmen ist bei hunderten Messeständen in 26 Hallen ein schier unmögliches Unterfangen. Die Alternative: Kiloweise Prospekte mitnehmen, was schon am Berliner Flughafen schmerzhafte Aufzahlungen für Übergepäck verursacht…
Auf der Suche nach Inspiration für meine eigene Arbeit im Experience Design habe ich ad hoc nur wenig von meiner ersten ITB mitgenommen. Was konkret? Darüber werde ich im tourismusdesign-Blog häppchenweise schreiben. Sobald ich die Prospekte studiert habe
Besonders positiv erlebt habe ich hingegen:
1. Die vielen guten Gespräche am Stand der Österreich Werbung, zum Beispiel mit Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich und mit Matthias Imdorf, einem Kollegen aus der Schweiz (erlebnisplan)
2. Den interessanten Vortrag und die Podiumsdiskussion zum Thema “Zukunft des Flusstourismus an der Donau”, bei der die EU Strategy for the Danube Region vorgestellt wurde. Der Ruf von Gordana Plamenac, Geschäftsführerin von Serbien Tourismus, nach Produktentwicklung an der Unteren Donau (Ungarn, Serbien, Rumänien) war klar und deutlich.
3. Das interessante Treffen mit Angelika Temper, ehemalige Studienkollegin, und Borislav Jablan, die in Montenegro ihr eigenes Incoming-Büro für Wander-, Trekking- und Mountainbikereisen gegründet haben – 3etravel.
4. Der Abend “Cooking for friends”, zu dem wir von der Münchner Agentur Maro und Partner eingeladen waren. Aus dem “ich werde schon mit irgend jemandem reden, obwohl ich niemanden kenne”, wurde überraschend ein Wiedersehen mit Bekannten.
5. Die Stadt Berlin mit ihren unzähligen neuen öffentlichen Freiräumen. Ich war täglich schon auf “Landschaftsarchitektur-Exkursionen” in der Stadt unterwegs, bevor die Tore der Messe um 10 Uhr öffneten. Berlin ist einfach spannend. I love it.
Mit falschen Erwartungen bin ich zur ITB gefahren. Meinem Ersteindruck folgte die Einsicht: Networking ist das Gebot der Stunde auf der ITB. Nächstes Jahr gerne wieder!



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3 Kommentare
Moin, interessanter Beitrag, denn Ihre Perspektive bringt eine neue Farbe auf die ITB. Freue mich auf die weiteren ITB-Häppchen. LG Dörte Behrmann von energa-PR
[...] 2.0 Diesen Blog abonnieren? Auf RSS Symbol klicken!Landschaftsplanerin auf der ITB – Eindrücke, Erkenntnisse.Aktuelle Themen der Landschaftsarchitektur – Lehre an der TU WienLocation Based Services im [...]
Sie motivieren mich, mich über die Prospekte herzumachen. Eines kann ich schon sagen: die Skandinavier und südafrika sind mir mit z.t. irritierenden Einzelideen vielversprechend aufgefallen.