“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

Jedes Tourismusangebot spricht für sich selbst. Im besten Fall positiv.

17.01.2011

Buchung als Service von Tourismusorganisationen?

Google Plakate in Großbritannien: lieber mit Google Chrome Flüge büchen statt teurer buchen wegen langer Ladezeiten ....

DMOs, Regionen und TVBs beschäftigen sich viel zu sehr mit Buchungstools auf ihren eigenen Webseiten. Dieses Poster zeigt wo die Reise hingeht. Google ist mit seinen Tools allen anderen wieder weit voraus, stellt sogar mit dem Kauf des Reise-Software-Giganten ITA die Existenz-Berechtigung und Geschäftsmodelle von Meta-Suchmaschinen wie Kayak oder den Nutzen von OTA wie Expedia & Co in Frage.

Buchen ist ein wichtiger Schritt im Zuge einer Reiseplanung. Auf der digitalen Customer Journey einer Reiseplanung ist dies auch ein unverzichtbarer Bestandteil im Zuge des Planungsprozesses. Wenn ich nun kunden- und nachfrageorientierte Services auf einer Destinations-Website anbieten möchte, dann bleibt mir gar nichts anderes übrig als Buchungsfunktionalitäten auch im Inspirations und Planungsprozess meiner Website einzubauen. Aber ….:

Eigene Buchungs-Tools (Tiscover, Feratel und andere, eventuell kombiniert wie hier oder als Aufzählungs-Listen …) und Meta-Such-Software (Lixto, Trivago, usw.) in touristischen Destinations – Websites liefern in der Regel eine – bescheidene – User-Experience – trotz aller Bemühungen der Buchungssystem-Hersteller: alle mir bekannten bestehenden Lösungen die im deutschsprachigen Tourismus dzt. auf Destinationsseiten eingerichtet wurden, sind aus Sicht der User-Experience schwach, bedienungsunfreundlich und daher aus Sicht des Kunden eine unbefriedigende Serviceleistung.

Deshalb empfehle ich derzeit touristischen Leistungsträgern über eine Google Maps – Integration als echtes mash-up nachzudenken (z.B. integriert mit eigenen Destinations-Informationen wie Aussichtspunkte, Schipisten, Freizeiteinrichtungen, Wanderwege, … – und Hotels der Destination) und dies als Buchungs-Serviceleistung auf der Destinations-Seite einzurichten. Keine Frage – natürlich muss man darüber ein wenig nachdenken. Doch seit des Kaufes des größten Software-Anbieters für Reisebuchungen ITA ist Google Maps als Buchungs- und Reiseplanungs-Tool und mash-up für Reise-Services ist seit Jahren – simpel, nützlich und einfach bedienbar:

Mein Fazit: Buchungsprozesse auf Destinations-Websites abzubilden ist notwendiger und wichtiger Kontaktpunkt mit Gästen, TouristikerInnen sollten darauf keinesfalls verzichten. Allerdings ändern sich derzeit die benutzen Instrumente und Möglichkeiten radikal. Auf einen Weltmarktführer wie Google Maps zu setzen bedeutet zwar sich seinen Bedingungen zu unterwerfen. Angesichts der Kosten und aus Usersicht wenig attraktiven Buchungs- und Metasuch-Systeme ist mein Gedankenanstoss durchaus eine reizvolle Alternative.

Kommentar hinzufügen


1 Kommentar

  1. Thomas Thaler, 17.01.2011:

    Die meines Erachtens viel wichtigere Problematik liegt in den Kontingenten. Benutzerfreundlichkeit beim Buchungsprozess hin oder her … solange ich auf http://www.tirol.at als offizieller LTO für den ganzen Februar schlappe vier verfügbare Quartiere finde (von 20.000) ist hier der Wurm drinnen.

    Aus Sicht des Leistungsträgers hört man seit 10 Jahren die gleichen “Argumente”
    1) In der Hauptsaison ist die Nachfrage eh stark genug, da zahle ich doch keine Provison. Und meine DMO sind sowieso Verbrecher, kassieren Fantastilliarden an Kurtaxen und wollen von mir auch noch eine Buchungsprovision?? Wo kommen wir denn da hin
    2) Ich muss mich um mein Hotel und meine Gäste kümmern, hab keine Zeit, vorm PC zu sitzen und irgendwelche Preise und Kontingente zu warten. Wenn jemand was von mir will, kann er gerne anrufen. Allerdings bitte nicht von 08-10:00 da muss ich Frühstück machen. von 10-13:00 ist Vorbereitung vom Mittagessen dran, 13-17:00 muss ich putzen, soll ja alles sauber sein und Abends ist ganz schlecht. Aber sonst gerne, jederzeit anrufen.
    3) Was bedeutet Internet bitte nochmal?

    Also solange eine DMO eine wie auch immer benamselte Gebühr für Buchungen einhebt, braucht sich kein Experte wundern, wenn nicht ausreichend Zimmer freigemeldet werden in der Zeit, wo halt die bösen Konsumenten alle kommen wollen. Sollen sie halt im Mai Skifahren gehen, da ist ausreichend frei, muss ja nicht jeder unbedingt im Winter kommen ;-)

    Der Ansatz sollte also noch VOR dem Buchungsprozess beginnen – wie bekomme ich auf meine Destinationsseite auch ausreichende buchbare Angebote.

    Tom.