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“Man kann nicht nicht kommunizieren.”

(Paul Watzlawick, Kommunikationsexperte und Philosoph)

07.12.2010

Licht an: Neuer Spirit für Themenwege.

Quelle: iStock Photo

Themenwege boomten in den vergangenen Jahren. Gut ausgestattet mit EU-Geldern im LEADER-Programm realisierten Gemeinden und Tourismusverbände zahlreiche Lehrpfade und thematisierte Wanderwege. Nicht immer hatte man dabei die zukünftigen Gäste im Visier. Fernab der touristischen Positionierung der Destination und ohne Vorausschau auf die notwendige Weiterentwicklung und laufende Pflege setzte man oft auf die viel gepriesene Interaktivität entlang des Weges, mit dem Ziel vor allem Familien anzusprechen. Mit unterschiedlichem Erfolg. Wir fragen uns heute, wo die Reise der Themenwege wohl hinführen wird. Im Hinblick auf die gesellschaftlichen Trends ist mit veränderten Anforderungen an die Erlebbarkeit von Landschaft zu rechnen. Im Urlaub werden zunehmend “wertvolle Erfahrungen” und “Inspiration für den Alltag daheim” erwartet. Der Gast will mit “mehr” nach Hause kommen, als er beim Ankommen in seinem emotionalen und mentalen “Gepäck” mit hatte.

Daher gilt zukünftig für alle, die an der Experience von Gästen mitgestalten, deren Bedürfnisse genauer unter die Lupe zu nehmen, also nachfrageorientiert und ganzheitlicher an die Inszenierung von Wanderwegen heranzugehen. Was bedeutet das für die Praxis? Bevor es an die Planung des Weges geht, halte ich es für unabdingbar, die Akteure der Region zu versammeln, und gemeinsam die Ausrichtung des betroffenen Weges zu beleuchten: “Wie wird die Marke Eurer Destination von den Gästen wahrgenommen? Wofür steht die Region? Was erwarten die Gäste sich vom Urlaub in genau dieser Region? Welche Bedürfnisse haben Eure zukünftigen Gäste ? Was braucht es, um emotionale und bereichernde Erlebnisse für Gäste zu gestalten? Wie korrespondieren Urlaubswünsche mit der vorhandenen Landschaft und dem Ort? Welche Besonderheiten und Geschichten gilt es herauszustreichen, um Gästen merkbare und erzählbare Erfahrungen zu ermöglichen? Diese und viele weitere Fragen gilt es im Vorfeld der Planung in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren der Region zu klären.

Der Experience Design Cluster im finnischen Lapland, hat gute Entwicklungsarbeit geleistet und mit seinem Handbook for Experience Stagers ein interessantes Werk herausgebracht, das gute Anhaltspunkte dafür gibt, was für  gute Experiences ausschlaggebend ist. Da ist die Rede vom “Kontrast zum Alltag”, von “Authentizität” und der “Individualität des Gastes”. Dem “gemeinsamen Erleben mit Anderen” und der “Interaktion des Gastes mit dem Guide” wird hohe Bedeutung zugeschrieben. Die “Geschichten des Ortes” und das “Erleben mit allen Sinnen” sind als Elemente einer bedeutungsvollen Erfahrung unverzichtbar. Themenwege benötigen jedenfalls eine Neuorientierung und neuen Spirit.  Die Bedürfnisse der zukünftigen Gäste zu kennen ist eine Säule, Erkenntnisse aus dem Experience Design in der Praxis umzusetzen die zweite. Und die partizipative Projektentwicklung mit den kundigen Akteuren vor Ort bringt das Inszenierungsprojekt auf eine nachhaltige Schiene mit hoher Akzeptanz und Identifikation. Denn die notwendige Vernetzung eines Themenweges (und jedes anderen touristischen Produktes) mit Angeboten, die stimmig in Verbindung stehen und dem Gast eine Fortführung oder Vertiefung des schon Erlebten ermöglichen, erfordert Koordination, Kooperation und gemeinsames Anpacken vieler Beteiligter einer Region.

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